Zoomania in der Filmkritik: Disneys Animalischer Multikultikrimi

Quelle: Disney
Quelle: Disney

Zoomania, ein Ort wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen, im wahrsten Sinn des Wortes. Wir waren im Kino und haben uns Disneys neusten Animationsstreifen angesehen, unterstützt von einem kompetenten Testteam (eine Zehnjährige und ein Dreizehnjähriger).

 

Hallo........liebe.....Leser.....willkommen.....beim....Moviecheck...ok, wer regelmäßig neue Filmtrailer schaut wird wissen worauf wir anspielen wollten: Faultier Flash, dass nach dem Trailer bereits einen gewissen Kultstatus besitzt. Flash ist jedoch nur eine kleine Nebenfigur in Disneys neustem Animationsstreifen. Dieser bedient sich ungeniert bei den, in den 80ern, so beliebten Buddy-Movies. Für die jüngeren Leser, darin wurden zwei grundverschiedene Charaktere zwangsweise zu Partnern und haben sich dann im Lauf des Film zusammengerauft und am Ende den Auftrag erfüllt, allen Gegensätzen zum Trotz. Eines der berühmtesten Beispiele dürften wohl die Lethal Weapon Filme sein und genau wie Murtaugh kam auch mir im Lauf des Films irgendwie der Gedanke: "Ich bin zu alt für diese Sch...", aber der Reihe nach.

Tierisch guter Cast [Quelle: Disney]
Tierisch guter Cast [Quelle: Disney]

 

In Zoomania gibt es keine Menschen. Stattdessen eine bunte Multikultigesellschaft bestehend aus Raubtieren und Beutetieren,die jedoch alle seit Jahrtausenden friedlich zusammenleben. Heldin des Films ist das Hasenmädchen Judy Hopps. Diese träumt seit Kindertagen davon einmal ein Cop zu werden und nicht auf der Farm ihrer Eltern zu enden, wie ihre zweihundertirgendwas Geschwister. Leider besteht die Polizei ausnahmslos aus "Großtieren" wie Eisbären, Nashörnern, Wölfen und Elefanten. Ein Häschen wirkt da recht verloren. Nichtsdestotrotz kämpft Judy für ihren Traum und schafft das Unglaubliche. Sie wird der erste Hasencop der Welt und direkt ins prestigeträchtige Zentralrevier versetzt. Ein Schelm wer nun an den Begriff "Quotenbunny" denkt. Judys Kollegen und Vorgesetzte tun dies jedenfalls und so wird der Hoppelhase erst einmal abgeschoben um Falschparker zu jagen anstatt die vermissten 14 Säugetiere zu suchen. Judy ist trotzdem mit Feuereifer dabei und geht trotz dieses Rückschlags mit Enthusiasmus ans Werk. Dabei trifft sie auf den Trickbetrüger Nick Wilde, seines Zeichens ein Fuchs, und damit eine Spezies die nicht den besten Ruf in der Welt von Zoomania genießt. Es kommt wie es kommen muss, die beiden werden zu "Partnern" und stolpern dabei in eine Verschwörung die es in sich hat. Können Fuchs und Hase ihre naturgegebenen Animositäten überwinden? Das ist die große Frage von Zoomania.

Schon jetzt Kultstatus: Faultier Flash [Quelle: Disney]
Schon jetzt Kultstatus: Faultier Flash [Quelle: Disney]

Ihr seht schon, nicht nur das Grundthema sondern auch die Handlung sind nahezu 1:1 von den oben genannten Buddymovies, na ja sagen wir, inspiriert. Was folgt ist ein Krimi in kindgerechter Form. Kindgerecht? Ja, denn im Gegensatz zu Filmen wie Oben oder Inside Out (hierzulande bekannt als "Alles steht Kopf") zielt Zoomania in erster Linie auf ein jüngeres Publikum. (Der Film kommt ohne Altersbeschränkung im Kino). Dementsprechend kindgerecht sind auch die Themen und die Botschaften des Films verpackt. In erster Linie lautet die Hauptbotschaft "glaube an deine Träume und verfolge sie, dann werden sie wahr". daneben werden natürlich auch die Disney-Klassiker wie "Vertrauen" und "Freundschaft" thematisiert.

Als Erwachsener ist man auch geneigt dem Film eine gewisse politische Botschaft anzudichten, gerade in der aktuellen Situation lassen sich Dinge wie Toleranz und das Ideal eines vorurteilsfreien, multikulturellen Utopias in Zoomania interpretieren. Ich denke jedoch, wer hier ein politisches Statement sieht hat einfach verlernt mit den unschuldigen Augen eines Kindes einen Trickfilm zu genießen. Klar greift Zoomania auch das Thema "Rassenvorurteile" auf (in Form von Räuber und Beutetieren), jedoch glaube ich kaum dass ein amerikanischer Film hier ein Statement zur europäischen Flüchtlings- und Integrationspolitik setzen will, wie von manchen anderen Kritikern propagiert. Was man Zoomania aber vorwerfen kann, und damit genug des Politikums, ist seine Spieldauer. Gerade durch die Ausrichtung auf ein junges Publikum ist eine Spielzeit von 110 min schon beinah zu lang und so kommt es, dass der Film nach einem recht rasanten Auftakt in der Mitte zunehmend an Tempo verliert und Längen offenbart. Zum Ende hin nimmt Zoomania allerdings wieder Fahrt auf und mündet in einem rasanten Finale, wie bei Disney üblich natürlich mit einem Happy End wie aus dem Bilderbuch.

 

 

Fazit

Kinder haben definitiv ihren Spaß. Technisch muss man wohl kaum etwas sagen, da liefern Disney, Pixar und Konsorten seit Jahren Topleistungen ab, so auch in Zoomania. Dazu gelingt es Disney erneut liebevolle Charaktere zu kreieren und mit Flash, dem Faultier, auch eine kleine Kultfigur. Die Botschaft „Glaub an dich und hab Vertrauen in deine Mitmenschen“ wird hier kindgerechter verpackt als in den letzten Animationsstreifen. Ist dass schlimm? Nein, absolut nicht. Das Problem sind höchstens die Erwartungen, gerade älterer Kinogänger. Disney liefert mit Zoomania einen, auf Kinder zugeschnittenen, Animationsspaß mit Botschaft. Nicht mehr und nicht weniger. Dementsprechend fällt auch das Urteil unserer Testcrew altersentsprechend aus. Während meine Nichte (10 Jahre) den Film „super toll“ fand, war das Urteil meines Neffen (13 Jahre) etwas zurückhaltender. Ich selbst empfehle den Film für einen Familienbesuch. Zwar werden die Erwachsenen sich stellenweise etwas langweilen, die Kinder haben jedoch definitiv ihren Spaß und darauf kommt es doch im Endeffekt bei einem Familienkinobesuch an, oder?

(SH)

 




Kommentar schreiben

Kommentare: 0