Pixels in der Filmkritik: Zocker-Blödelei mit Adam Sandler

Quelle: Sony Pictures
Quelle: Sony Pictures

Kevin James und Adam Sandler. Ein Kombo, die bereits in Kindsköpfe recht positiv überrascht hatte. Nun geben sich die beiden Comedy-Schwergewichter erneut die Ehre. Wir verraten euch im Moviecheck, ob sich der Kinobesuch dieses Wochenende lohnt.


Do you remember the Time?

Erinnert ich euch an damals? Als es noch so gut wie keine Heimkonsolen oder PCs gab? Als man zum gepflegten Zock noch seinen Hintern nach draußen schwingen musste? Ja, draußen ist das mit der geilen Grafik in HD!

Damals ging man noch in Spielhallen. Die waren noch keine dunklen, halbseidenen Spelunken sondern wunderbare Orte voller hipper Menschen, Neonlicht, und guter Mucke. Kennt ihr so was nur noch von Wikipedia und aus den Erzählungen eurer Großeltern, dann könnt ihr euch den Kinogang sparen.

Aliens greifen die Welt an - als Spielfiguren. Das macht echt keinen Sinn... [Quelle: Sony Pictures]
Aliens greifen die Welt an - als Spielfiguren. Das macht echt keinen Sinn... [Quelle: Sony Pictures]


Let's Play

Die Story von Pixels ist schnell erzählt und wahrlich nicht das Glanzstück von Chris Columbus Schaffen. Anfang der 80er wird eine NASA-Sonde gestartet. In ihr, neben anderem zeitgenössischen Kram, auch eine Videoaufnahme eines Arcadeturniers. So kommt was kommen muss: Aliens finden die Botschaft, missverstehen sie als Kriegserklärung (warum auch immer) und greifen die Erde in Form bekannter Arcadefiguren an. Das Militär ist machtlos und so ist es ein glücklicher Zufall, dass der beste Buddy des Präsidenten auch gleichzeitig der Arcade-Weltmeister von 1982 war. Damit ist er der einzige, der die Welt retten kann. Der Rest ist eine Mischung aus Sandler-typischem Klamauk und einem Hauch Fanservice.

Wie eine Hommage an Videogames funktionieren kann, zeigen viele Futurama-Folgen oder Filme wie Scott Pilgrim vs. the world. Pixels schafft das leider nicht. Tricktechnisch ist Pixels durchaus gelungen, was aber irgendwie auch das Problem des Films ist. Die angreifenden Aliens alias Pac-Man, Centipede und Co. wurden einer 3D-Hochglanzpolitur unterzogen. Das mag zwar den heutigen Sehgewohnheiten entsprechen, wirkt aber ein wenig wie eines der vielen Retro-Remakes - da bleibt irgendwie ein Stück Seele auf der Strecke.

Enttäuschende Performance: Peter Dinklage als Lachnummer. [Quelle: Sony Pictures]
Enttäuschende Performance: Peter Dinklage als Lachnummer. [Quelle: Sony Pictures]

...und der Rest ist Schweigen

Naja ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Sandler spielt routiniert und ist ein Fall von "entweder man mag ihn oder nicht". Kevin James spielt seit King of Queens eh immer die selbe Rolle, die aber wenigstens solide. In Pixels zeigt er trotzdem nicht seine beste Leistung. Schwer enttäuschend fand ich hingegen Peter Dinklage, der seit Game of Thrones zu meinen absoluten Lieblingsdarstellern gehört. Hier kratzt er gerade mal an der Oberfläche seines Könnens, was aber irgendwie nicht weiter auffällt in einem Film, der eh keine echten Highlights hat. Komplettiert wird das Heldenteam durch die Quotenfrau Michelle Monaghan - den Bechdel-Test würde sie wohl nicht bestehen. Leider bleiben die meisten Charaktere trotz vorhandenem Ansatz so blutleer wie die Handlung von Tetris. (SH)

 

FAZIT

Pixels kann sich nicht für eine Generation entscheiden.

Ich hab mir den Film zusammen mit meinem Neffen (12 Jahre) angeschaut. Dabei musste ich mehrmals feststellen, dass ich an Stellen lachte, die ihn kalt ließen und umgekehrt. Das verdeutlicht auch das Problem von Pixels. Auf der einen Seite versucht man sich im Fanservice für die Generation 30+, auf der anderen Seite will man ein breites, junges Publikum ansprechen. So bleibt ein Film, der weder Fisch noch Fleisch ist. Ob dafür unbedingt ein Kinobesuch nötig ist? Meiner Meinung nach nur, wenn man ein ausgemachter Fan von Adam Sandler ist.

Zuerst veröffentlicht auf gamezone.de am 02.08.2015