Heavy Rain / Beyond: Two Souls im Just-Nerds Test: HD-Remake im Doppelpack = Doppelter Spielspaß?

Quelle: Quantic Dreams
Quelle: Quantic Dreams

 

HD-Remakes sind nach wie vor im Trend und für Publisher eine Möglichkeit mit mehr oder weniger Aufwand auch mit alten Spielen noch einmal einen schnellen Dollar zu machen. Nun springen auch Quantic Dream unter Chefentw... Entschuldigung...Chefregisseur David Cage auf den Remake-Zug auf.

 

Es waren einmal....

Na ja zugegeben von Märchen kann man weder bei Heavy Rain noch bei Beyond: Two Souls sprechen. Heavy Rain erinnert in seiner Machart eher an die Werke von David Fincher und entführt uns in einen düsteren Thriller. Beyond: Two Souls dagegen kommt als eine Art Mysterystreifen daher, aber eines nach dem anderen.

Da es sich um Remakes handelt werden wir auf die Handlung und die Geschichte der Spiele nur wenig eingehen und uns im Test eher auf die Änderungen zum PS3-Original beschränken.

4 Hauptdarsteller, jeder sterblich [Quelle: Quantic Dreams]
4 Hauptdarsteller, jeder sterblich [Quelle: Quantic Dreams]

 

Beginnen wir mit Heavy Rain

In Heavy Rain treibt ein unbekannter Serienkiller sein Unwesen. Dieser tötet seine Opfer nicht selbst sondern sperrt sie in ein unterirdisches Verlies welches sich langsam mit Wasser füllt, was bei dem Dauerregen der in der Welt von Heavy Rain offenbar herrscht meist recht schnell geht. Ihr schlüpft nun in die Haut von insgesamt vier Protagonisten und versucht dem Killer das Handwerk zu legen. Die Motivation der Charaktere unterscheiden sich dabei durchaus. So gibt es zum Beispiel den Familienvater Ethan Mars, dessen Motivation vielleicht die stärkste des Quartetts ist: Sein Sohn ist da aktuellste Entführungs-, und damit potentielles Todesopfer, des Serienkillers mit dem Codenamen Origamikiller. Daneben gibt es noch den FBI-Profiler Norman Jayden, den Privatschnüffler Scott Shelby sowie Journalistin Madison Page. Je nach Geschick in den Quicktime-ähnlichen Sequenzen, den Schlüssen die ihr zieht und euren Handlungen im Spielverlauf ändert sich der Verlauf der Geschichte. Dabei ist es durchaus vorgesehen dass einer oder mehrere der Protagonisten sterben, ein Game Over im eigentlichen Sinn gibt es nicht.

Gameplay Level: Minimalismus [Quelle: Quantic Dreams]
Gameplay Level: Minimalismus [Quelle: Quantic Dreams]

Technisch merkt man Heavy Rain trotz Überarbeitung sein Alter an. Die Gesichter der Charaktere, damals durchaus technisch beeindruckend, wirken heute emotionslos und wächsern. Zwar kommt das HD-Upgrade in 1080p daher, das ändert jedoch nichts daran dass es stellenweise unscharf wird. Schöne Momente gibt es natürlich auch. Uns hat es ganz gut gefallen wenn Staubpartikel durch ein leeres Apartment fliegen und sich das Licht darin bricht. Alles in Allem kann der Titel sein Alter aber trotzdem nicht verbergen. Unverständlich ist auch die Entscheidung den DLC "Der Präparator" nicht in das HD-Update einzubauen. Was dafür 1:1 übernommen wurde ist die hakelige Steuerung. Euer Avatar steuert sich nach wie vor wie ein Panzer. Hier wurde eindeutig Potential verschenkt.

Aiden ist wenig zimperlich mit seinen Gegnern [Quelle: Quantic Dreams]
Aiden ist wenig zimperlich mit seinen Gegnern [Quelle: Quantic Dreams]

 

Jetzt wird's mysteriös

Weiter geht es mit Beyond: Two Souls. Auch hier wurde die Grafik auf 1080p aufpoliert, Texturen überarbeitet und neue Grafikeffekte eingearbeitet wie Motion Blur, Tiefenunschärfe, Bloom und einige Verbesserung bei Beleuchtungs- und Schatteneffekten. Da B2S, wie es landläufig abgekürzt wird, noch nicht so viele Jahre auf dem virtuellen Buckel hat sieht das HD-Remake durchaus konkurrenzfähig aus und kann mit aktuellen Titeln weitgehend mithalten.

So begleitet ihr die offenbar medial begabte Jodie Holmes (dargestellt von Hollywood-Aktrice Ellen Paige) von Kindesbeinen an. Dort zeigt sich bereits dass Jodie in Verbindung mit einer geisterhaften Entität steht die sie Aiden nennt. Die Besonderheit dabei: Ihr könnt an gewissen Stellen im Spiel die Kontrolle über Aiden übernehmen und fortan alle Vor- und Nachteile des Geist seins nutzen (zum Beispiel durch Wände schweben und andere Personen übernehmen). Diese Fähigkeiten müsst ihr auch immer wieder im Spielverlauf nutzen um Rätsel zu lösen oder Gegner auszuschalten. So erlebt ihr im Spielverlauf Jodies Kindheit, wie sie in ein Institut für paranormale Phänomene gebracht wird, erwachsen wird, von der CIA rekrutiert wird und so weiter. Immer in Begleitung ihres "Geisterfreund" Aiden. Mehr wollen wir zur Handlung an dieser Stelle nicht verraten.

Jodie, verlassen von allen aber nie alleine [Quelle: Quantic Dreams]
Jodie, verlassen von allen aber nie alleine [Quelle: Quantic Dreams]

Im Gegensatz zum PS3-Spiel habt ihr beim PS4-Update die Möglichkeit das Spiel chronologisch korrekt zu spielen während das Original noch wild in Jodies Timeline hin- und hersprang. Wir empfehlen euch auch die chronologische Version zu spielen da sie sich einfach "richtiger" anfühlt. Was sich dadurch aber auch nicht ändert sind große Zeitsprünge in der Handlung. Im einen Moment seid ihr noch als als Kind von Alpträumen geplagt, im nächsten Moment übernehmt ihr die Kontrolle über die pubertierende Jodie. Was in den vielen Jahren dazwischen geschah? Niemand weiß es. Diese großen Sprünge erschweren uns eine emotionale Bindung zu Jodie. Die Tatsache dass wir am Ende jedes Abschnittes eines Statistik einsehen können wie andere Spieler die Sequenz gespielt haben entschädigt da auch nicht so richtig. Weiteres Manko ist das Entscheidungssystem. Ihr könnt zwar mit Jodie verschiedene Wege beschreiten, eine echte Auswirkung haben diese jedoch erst in den letzten Abschnitten des Spiels. Aktuellere Genrekonkurrenten wie Until Dawn machen hier vor wie man es besser macht. Ein weiterer Punkt an dem Until Dawn die Nase vorne hat ist das generelle Gameplay. B2S spielt sich in nahezu jedem Abschnitt identisch. Jodie kommt nicht weiter, Wechsel zu Aiden, Rätsel gelöst. Unterbrochen wird das Schema lediglich von einigen Actionsequenzen die im Update etwas schwerer gemacht wurden, keine schlechte Entscheidung wie wir finden. Im Gegensatz zu Heavy Rain haben die Mannen von Quantic Dreams den verfügbaren DLC dieses Mal auch portiert. In den neuen Abschnitten bewegt ihr euch mit Jodie und Aiden durch eine Art Testparcour der stark an Portal erinnert. Hier macht das Spiel nochmal eine Ecke mehr Spaß da hier das Gameplayschema etwas aufgelockert wird.

FAZIT

Kann man kaufen, muss es aber nicht.

Wer die PS3-Versionen der beiden interaktiven Filme gespielt hat kann sich die HD-Updates sparen. Punkt. Trotz der technischen Upgrades sieht man gerade Heavy Rain sein Alter an. Die Chance auch die mangelhafte Steuerung zu überarbeiten wurde leider nicht genutzt. Bei B2S begrüßen wir vor allem die Möglichkeit die Handlung nun chronologisch zu spielen und den direkt implementierten DLC. Wer auf interaktive Spielfilme steht, Until Dawn schon durch hat und die beiden Titel auf der PS3 damals ausgelassen hat kann bedenkenlos zugreifen. Da es sich um PS4-Remakes handelt, die damit in Konkurrenz zu anderen aktuellen Titeln stehen, haben wir die entsprechenden Wertungen dahingehend angepasst. Außerdem haben wir jedem Spiel einen separaten Wertungskasten spendiert. (SH)

 


Heavy Rain

Gesamtwertung:    7 / 10

Wertungen  
Grafik 7 / 10
Sound  8 / 10
Steuerung 6 / 10
Gameplay 7 / 10
Multiplayer 0 / 10
Singleplayer  7 / 10 

We Love...

  • Der Sound
  • düstere Stimmung (HR)
  • kein echtes Game Over (HR)
  • Optik dank neuer Grafikeffekte (B2S)
  • anspruchsvollere QTEs (HR)
  • DLC enthalten (B2S)

Beyond: Two Souls

Gesamtwertung:    7,5 / 10

Wertungen  
Grafik 8 / 10
Sound  9 / 10
Steuerung 7 / 10
Gameplay 7 / 10
Multiplayer 0 / 10
Singleplayer  7,5 / 10 

We don't Love...

  • Panzersteuerung (HR)
  • Stories auf B-Movie-Niveau (beide)
  • fehlender DLC (HR)



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