Destiny: The Taken King im Just-Nerds Test: Endlich ein Ende der 12-monatigen Beta?

Quelle: Bungie
Quelle: Bungie

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir uns im Koop durch eine Beta geballert und uns vom Hype infizieren lassen. Kurze Zeit später standen wir zusammen mit einem halben Dutzend weiterer "Leidensgenossen" in der virtuellen russischen Botanik, haben wie bekloppt auf einen Höhleneingang geballert und alles in der Hoffnung die dringend benötigten Items zu bekommen um unseren Level weiter zu steigern. Seitdem hat sich im Destiny-Universum ein wenig getan. Wir haben das jüngst erschienene dritte und umfangreichste Addon zum Anlass genommen uns Bungies Prestigeobjekt erneut vorzuknöpfen: Bungie 2.0 meets Review 2.0 quasi.


Rückblicke und Ausblicke

Ach ja, es hätte so schön werden können. So viele Versprechungen hatte uns Bungie damals im Vorfeld zu Destiny gemacht. Das ultimative 10-Jahresprojekt sollte Destiny sein. Spielspaß für Solisten, Koopler und PVPler. Das Marketing lief auf Hochtouren, es wurde ein gigantischer Hype generiert. Im Nachhinein betrachtet war dies einer der größten Fehler, die Bungie gemacht hat. Leider aber bei weitem nicht der einzige, wie unser Test damals zeigte. Schwaches bis kaum vorhandenen Storytelling, miserables Lootsystem, ein Levelsystem welches zwar im Ansatz recht kreativ war aber im Endeffekt undurchsichtig und auf endloses stupides Grinden aus war (Lootcave sei an dieser Stelle mal erwähnt). Dazu kamen NPCs die theoretisch die Handlung vorantreiben sollten, uns aber im Endeffekt nicht gleichgültiger hätten sein können. Statt Handlung gab es von NPCs Sätze wie "tu dieses und jenes, ich habe keine Zeit dir zu erklären warum, ich habe nicht mal mehr Zeit dir zu erklären warum ich keine Zeit habe es zu erklären" Ja, nee, is klar. Storytelling Marke Tag und Nacht und Berlin und Köln 08/15. Dazu kamen im Laufe der Zeit aufgespielte Hotfixes, die das Balancing im PvP so versaut haben, dass man sie schon kurz danach erneut Hotfixen musste, was das Balancing im PvP so versaut hat, daß man es …und so weiter. Schnell war vielen Spieler und auch der Fachpresse klar. Destiny ist überhypt, allenfalls leicht überdurchschnittlich. Der Frust spiegelte sich dann auch schnell im moderaten Metaspiegel von knapp 71% (PS4) wider. Natürlich konnte man die Enttäuschung der Spieler irgendwo nachvollziehen. Der Hype war gigantisch, Destiny konnte eigentlich nur scheitern. Im Frust vergaßen bzw. übersahen viele dann, dass Destiny durchaus auch einiges richtig gemacht hatte und die IP immerhin auf 10 Jahre ausgelegt war. Destiny 1.0 führte lediglich oberflächlich in die Welt und das Spieluniversum ein, da konnte das ordentliche Gunplay, die teils bildhübschen Locations und das durchaus gelungene "Art- und Creaturedesign" auch nicht mehr versöhnen. Allerdings haben wir Destiny bereits damals bescheinigt "es ist ein Rohdiamant, der nun schleunigst Feinschliff benötigt".

Für diese Dame jagen wir einen Gefallenen-Kell.  [Quelle: Bungie]
Für diese Dame jagen wir einen Gefallenen-Kell. [Quelle: Bungie]

The Story Below

Naja, schleunigst ist relativ, so schob Bungie zunächst einmal die Mini-Erweiterung "The Dark Below" nach. Einige neue Soloabenteuer erwarteten den Spieler hier, neue Strikes und Raids. Alles in allem aber nur mehr vom Selben und im Endeffekt zu wenig Inhalt für den Preis. Aber man hob die Schar damit ein wenig in den Vordergrund. Diese Rasse von Schwarmwesen die den Mond in großer Anzahl untergraben hatte und von dort in Richtung Erde drängte. Im Laufe der Handlung traten wir schließlich dem Anführer der Schar gegenüber – Crota. Bei der zweiten Erweiterung widmete sich Bungie den Gefallenen, einer Art Weltraumpiraten. Der Storyumfang war etwas größer als beim ersten Addon, jedoch immer noch mangelhaft präsentiert. Dazu gab es die üblichen PvP und Koop Erweiterungen. Als weitere Besonderheit wurde das Riff als neuer Social-Hub und Alternative zum Tower eingeführt. Diesen Raumfriedhof, und Sitz der Königin der Erwachten, gab es schon im Hauptspiel in einer der wenigen Cutscenes. Zu unserer Enttäuschung galt damals aber noch:"Betreten verboten". In der Questlinie des zweiten Addons mit dem Namen "House of Wolves" hetzte uns die Königin der Erwachten hinter einem Gefallenenanführer her der versuchte die Gefallenen-Häuser zu vereinen bzw. zu übernehmen um damit eine riesige Gefallenenarmee zu erschaffen. Sowas geht natürlich mal gar nicht, also haben wir auch dem Kell der Kells auf die ca. 20 Finger gehauen. Leider beschränkte sich das Storytelling auch hier auf Funksprüche und Einzeiler bei der Missionsabgabe.

Alles neu macht der Patch

Jetzt steht mit TheTaken King die dritte große Erweiterung ins Haus und bereits wenige Tage vor Release spendierte Bungie einen gigantischen Content-Patch. Dieser war so umfangreich, dass vielerorts von einem Destiny 2.0 die Rede war. Eine der größten und wichtigsten Änderungen betraf dann direkt auch den Kern des Spiels: Das Leveling. War es bislang so, dass man ab Level 20 nur noch durch bessere Ausrüstung seinen sogenannten Lichtlevel pushen konnte, verwarf man bei Bungie das System mehr oder weniger komplett. Ab sofort konnte man auch nach Level 20 ganz normal durch Erfahrungspunkte aufleveln und seinen Charakter damit auf den neuen Maximallevel 34 ziehen. Die Lichtlevel wurden aber nicht komplett verworfen, so viel sei an dieser Stelle schon einmal verraten. Mit dem TTK-Addon wurde auch das Levelmaximum auf 40 angehoben und jetzt wird es interessant. Diesen neuen Maximallevel kann man nur erreichen, wenn man sich das Addon kauft. Hat man dies nicht vor ist nach Level 34 das Ende der Hüter-Karriere erreicht. Jetzt denkt ihr sicher:"Klar, ist doch logisch, wer kein Addon zahlt bekommt auch nix". Tja leider wurde aber auch diverse Spielinhalte an das neue Maximallevel gekoppelt (z.B. alle PvP Modi bis auf drei oder Strikes bis auf die Vorhut-Strikes für Level 20). Defacto sind diese Spielinhalte also nur noch für Level 40 Spieler verfügbar.

Papa Oryx, böse angefressen. [Quelle: Bungie]
Papa Oryx, böse angefressen. [Quelle: Bungie]

Na wer erkennt die Crux? Richtig, ihr habt keine Lust auf Taken King, dann habt ihr Pech, Bungie beschneidet damit also Inhalte die bislang jedem offen Standen und bietet diese nur noch den Addonkäufern an – Premium-Membership sozusagen, während "Vanillaplayer" (Vanillaversion bezeichnet eine nackte Version eines Spiels ohne käufliche Bonusinhalte) leer ausgehen Es kommt was kommen muss, aktuell tobt mal wieder der S-Storm. Erschwerend kommt hinzu, dass Bungie das Händlersystem überarbeitet hat. Eigentlich eine gute Sache, da man bislang erschlagen wurde von Möglichkeiten. Gefühlt hatte jeder Händler seine eigene Währung, ein Chaos wie vor der Euroeinführung. Also gingen die findigen Köpfe bei Bungie her und entschlackten das System. Vorhutmarken und Schmelztiegelmarken waren Geschichte, es gab nur noch Legendäre Marken als alleiniges Zahlungsmittel. Gute Sache denkt ihr? Jein, denn diese Marken kann man sich nur in den täglichen, wöchentlichen Missionen bzw. PvP-Events verdienen und zu diesen hat nur noch wer Zugang? Genau. Level 40 Spieler alias Addon-Besitzer. Ok, zugegeben, eine kleine Hintertür gibt es. Ihr bekommt diese Marken auch für das Zerlegen von legendärer Ausrüstung aber das kostet Zeit und steht in keinem Verhältnis dazu wie schnell man diese Münzen in den PvP-Strike-Heroics verdient. Im Web ist die Rede von einer "Paywall", Betrug und Abzocke sind noch die harmlosen Vorwürfe. Gerade altgediente Year-One-Veteranen, die nicht bereit sind sich das Addon zu kaufen, werden damit vor den Kopf gestoßen.

Disclaimer: An dieser Stelle sei aber angemerkt, dass wir diesen Aspekt in der Wertung nicht berücksichtigen werden, da wir die Wertung als Spielspass-Wertung verstehen, also ob das Addon Spass macht und der Kauf sich lohnt. Wir gehen daher davon aus, dass Kaufinteressierte so etwas erst einmal nicht unbedingt stört, da sie diese Paywall im Falle eines Kaufes nicht betrifft. Trotzdem wollten wir diesen Umstand der Vollständigkeit wegen nicht unerwähnt lassen, damit ihr euch selbst ein Bild macht und dann entscheiden könnt ob ihr so etwas akzeptiert oder boykottiert.


Leg dich nicht mit Zoh… ähh Crota an

Kommen wir nun also zum eigentlichen Thema: The Taken King oder auf Deutsch: Der König der Besessenen. Zu Recht werdet ihr euch nun fragen, wer oder was die Besessenen sind, da diese bislang nirgendwo auftauchten. Nun, erinnert ihr euch an den Anfangs erwähnten Scharführer Crota? Naja, dem haben wir ja damals schön die Hammelbeine lang gezogen. Leider findet Crotas Papa das so gar nicht lustig. Oryx, so der Name des angefressenen Big-Daddy, befehligt, anders als Sohnemann, nicht über die Schar sondern über ein neues Volk: Die Besessenen. Wobei neues Volk ein wenig übertrieben ist. Genau genommen rekrutieren die Besessenen sich aus den Reihen der bereits bekannten Völker (Gefallenen, Schar, Vex und Kabal). Als Besessene verfügen diese jedoch über einige neue Fähigkeiten, die uns Hütern das Leben schwer machen. So können z.B. die Ex-Kabalphalanxen nun nicht nur mit einem Schild blocken sondern aus diesem auch einen besonders starken Energieball verschießen. Andere Besessene können einen Schutzschild um einen Kamerad erzeugen der jeden Schaden absorbiert. So seid ihr gezwungen euer Feuer erst einmal auf ein sekundäres Ziel zu konzentrieren. Dadurch kommt etwas frischer Wind in die mittlerweile zu Routine gewordenen Bewegungs- und Angriffsmuster der Feindvölker. Ebenfalls ein nettes Detail am Rande: Hin und wieder werden die bekannten Areale von den Besessenen korrumpiert, dies bedeutet nichts anderes, als dass in dem Areal eine gewisse Zeit Wellen von Besessenen spawnen bis dann am Ende der Welle ein Miniboss, der sogenannte Eiferer auftaucht. Dieser kann unter Umständen auch gerne mal unsichtbar sein und lässt mit etwas Glück bei seinem Tod eine Reziproke Rune fallen. Mit dieser kann man später gewisse Gegner spawnen lassen.

Der Warlock macht einen auf Imperator Palpatine  [Quelle: Bungie]
Der Warlock macht einen auf Imperator Palpatine [Quelle: Bungie]

Die bisherigen Addons spielten mehr oder weniger alle in bereits bekannten Locations (es wurden nur stellenweise neue Türen geöffnet). Addon Nr. 3 ist da spendabler. Darin gilt es ein ganz neues Gebiet zu erkunden, das Grabschiff von Oryx, das zwischen den Ringen des Saturns kreuzt. Außerdem dürft ihr einen Abstecher auf den Marstrabanten Phobos unternehmen. Die neuen Areale sind, wie auch schon die Bekannten, recht stimmungsvoll und ansehnlich und ehrlich gesagt war der Ortswechsel dringend nötig.

Daneben gibt es natürlich auch neue Waffen (Exotische und Legendäre) sowie neue PvP Modi, Strikes und einen Raid, letzteres Spielelement leider immer noch ohne Matchmaking. Ebenso ist es nach wie vor nicht möglich mit anderen Mitspielern zu handeln oder Items zu tauschen, dafür wurde wenigstens der Tresor erweitert. Stichwort "Handel", erinnert ihr euch noch an Banshee? Nein? Zurecht nicht, Banshee war der Waffenhändler im Tower, welcher leider so gut wie nutzlos rumstand, da sich Waffenkäufe nicht wirklich lohnten. Daran hat sich zwar nichts geändert, trotzdem wurde der Waffenmeister etwas mehr "gewichtet". Er vergibt nun z.B. Waffentests mittels derer man seinen Rang bei ihm steigern kann (wie bereits bei den anderen Fraktionen). Als Belohnung dürft ihr euch dann wöchentlich neue Waffen bei ihm bestellen, abhängig von eurem Rang. Auch die Fraktionen erfuhren hier eine kleine Änderung, habt ihr bislang munter durch das Anlegen der Items eure Fraktion gewechselt, müsst ihr euch nun für eine entscheiden. Ein Wechsel ist nur einmal in der Woche möglich. Nicht vergessen wollen wir natürlich auch die neuen Skilltrees für die drei Hüterklassen. Jede Klasse bekam einen neuen Fertigkeitenbaum spendiert, der den bislang fehlenden Elementaspekt (Arktus, Leere oder Solar) ergänzt. Den Erhalt dieser neuen Specialmoves hat Bungie in einen kleine Questline eingebettet, dass ist nett und alle mal besser als eine simple "da hast du was neues"-Einblendung.

..während der Hunter eher zu Robin Hood mutiert.  [Quelle: Bungie]
..während der Hunter eher zu Robin Hood mutiert. [Quelle: Bungie]

Leider ähneln sich die Wächter dabei immer noch zu sehr oder besser gesagt noch mehr als zuvor. Im Endeffekt besteht kaum ein Unterschied ob ich dem virtuellen Aliengesocks eine Novabombe um die Ohre haue oder einen Solarhammer. Für den PvP dürften die neuen Skills da ein wenig interessanter sein und sei es nur dadurch, dass sie etwas mehr Vielfalt in der Skillung ins Spiel bringen. Ebenso wurden die kosmetischen Items wie der Ghost (Bye Bye Peter Dinklage, willkommen Nolan North) und die klassenspezifischen Items einer kleinen Modifikation unterzogen. Waren diese bislang recht nutzlos, besitzt nun sowohl euer schwebender Begleiter als auch euer Klassenitem einen Verteidigungswert und, je nach Seltenheit, freispielbare Buffs. Ist euch eine bestimmte Waffe ans Herz gewachsen, lässt sich diese nun mit einer anderen Waffe derselben Gattung "fusionieren" um ihren Schadensoutput zu erhöhen. Damit sind die Waffen nicht länger Wegwerfware die man teilweise im 15-Minuten-Takt ausgetauscht hat. Eine weitere nette Neuerung stellen die Terminals im Tower dar. Diese sind überall in der Nähe der Händler verteilt und erinnern an Werbetafeln. Dort könnt ihr euch dann zum Beispiel alle verfügbaren Shader ansehen, seht welche ihr besitzt (und könnt sie auch gleich wieder ins Inventar holen) oder seht die Freischaltkriterien falls ihr auf einen bestimmten Shader scharf seid. Selbiges gilt auch für Raumschiffe, Exotische Waffen und Rüstungen usw. Ein nettes "Nachschlagewerk", umso unbegreiflicher ist es für uns, dass man die Grimoirkarten immer noch nicht ingame ansehen kann, immerhin bilden diese eine Art Enzyklopädie. Wer also nicht am PC oder Tablet nachschaut, verpasst damit einen bedeutenden Teil der Geschichte und Hintergrundinfos zur Welt. Erneut wollen wir an dieser Stelle Mass Effect als lobendes Beispiel erwähnen.

Der Titan macht sich den Donnergott zum Vorbild, oder doch eher den Heimwerkerking?  [Quelle: Bungie]
Der Titan macht sich den Donnergott zum Vorbild, oder doch eher den Heimwerkerking? [Quelle: Bungie]

Auf die neuen PvP Modi/Maps möchten wir an dieser Stelle noch nicht eingehen denn wir denken, dass hier die Zeit zeigen wird wie sich das PvP entwickelt oder ob wieder nur alle mit denselben beiden Waffen rumrennen – je nach Hotfix. Wir werden darum zu einem späteren Zeitpunkt erneut einen Blick auf den PvP werfen. Allerdings können wir schon jetzt sagen, dass die neuen Modi recht kurzweilig erscheinen und ein wenig Abwechslung ins dröge All vs All bzw. TDM bringen. Kommen wir also zum PvE. Hier bietet The Taken King endlich etwas, dass bislang schmerzlich vermisst wurde: Story. Endlich gelingt es Bungie etwas "Fleisch an den Knochen" zu bringen. Man bedient sich dabei eines absolut innovativen Features, welches es so bislang in noch keinen Spiel gab und welches aus diesem Grund auch auf der GC explizit als große Neuerung von Bungie promotet wurde: CGI-Zwischensequenzen. Geil oder? Ein Triple-A-Titel nutzt endlich mal ein Element das selbst kleine Indieklitschen bereits für sich entdeckt haben. Wenn das mal keinen Innovationsaward verdient. Aber gut, Sarkasmus mal bei Seite gelassen. Wie hieß es damals in Blizzards StarCraft 2-Teaser: Hell, it' about time!! Klar darf man nun keine ausladenden Filme a la MGS erwarten, aber die Sequenzen sind technisch 1A und was viel wichtiger ist, sie verleihen den ganzen Kleiderständern, die uns bislang Aufträge erteilten und durch die Galaxie scheuchten, Leben. Endlich agieren die drei Hüter im Tower untereinander und man beginnt ein Beziehungsgeflecht zu erahnen. Endlich beginnen wir eine Art Bindung zu NPCs zu entwickeln, die es bislang noch nicht mal wert waren ihren Namen zu merken. Man muss hier berechtigt die Frage stellen: "Wenn ich ein neues Universum etablieren möchte, wieso warte ich dann zwei Jahre um den Spieler an meine Protagonisten zu binden?". Hier hätte man sich mal eine dicke Scheibe an Witcher oder (mal wieder) Mass Effect abschneiden können. Man denke nur an Charaktere wie den Salarianer Mordin und seine Musicalnummer, durch so etwas wird ein Spieluniversum bzw. seine Bewohner lebendig und schaffen den Schritt vom Platzhalter zum "virtuellen Kameraden". The Taken King macht hier einen Schritt in die richtige Richtung, davon gerne mehr. (SH)

FAZIT

Der Hassliebe zweiter Akt

Lohnt es sich Destiny einen erneuten Besuch abzustatten? Das war die große Frage die während der Teststunden im Raum stand. Die Antwort ist schwer. Auf der einen Seite wurden viele Kritikpunkte durch den letzten großen Patch beseitigt oder zumindest abgemildert. Auf der anderen Seite wurden neue geschaffen (gerade für Addon-Verweigerer). Die Geschichte um den König der Besessenen ist gut und unterhielt uns, nicht zuletzt dank der vermehrt eingesetzten Cutscenes, für einige Stunden. Die neuen Areale passen sich hervorragend in die bestehenden Gebiete ein und durch die neuen Fähigkeiten der Gegner kommt frischer Wind in die Gefechte. Die bislang positiven Aspekte wie z.B. das gewohnt gute Gunplay (Halo eben) blieben zum Glück unangetastet. Ich persönlich finde es allerdings eine Unverschämtheit, dass man bislang frei verfügbare Spielinhalte mit dem Addon beschnitten hat und auch dass mühevoll erfarmte Gegenstände mit einem Schlag „wertlos“ wurden, aber letzteres ist nun einmal eine MMO-typische Erscheinung mit der man in dem Genre leben muss. Das fehlende Handelssystem oder der Ausschluss von Zufallsgruppen bei den Raids ist nach 12 Monaten nach wie vor befremdlich, denn sind wir mal ehrlich: so anspruchsvoll sind gerade die alten Raids nicht, als dass man sie nicht mit einer Zufallsgruppe bewältigen könnte. Noch ein Wort zum Thema Ladezeiten: Ich befürchte wenn ich zum drölfzigsten Mal sehe wie mein Raumschiff zum Anflug auf Planet XY ansetzt, dann bekomm ich einen Raumkoller. Aber mal Spaß beiseite. Die Ladezeiten beim Planetenwechsel sind mit 40 Sekunden nach wie vor unter aller S…Kanone. Es bleibt eine Art Hassliebe. Man will es hassen für stupides Grinding, Levelrecycling (in den ersten beiden Addons) uvm. Aber spätestens wenn man dann mit dem lieb gewonnen Fireteam auf Achse geht vergehen die Stunden doch wieder wie im Flug und man ist im Flow. Lohnt sich nun eine Rückkehr? Meiner Meinung nach kann man durchaus nochmal einen Blick riskieren. Der Rohdiamant hat nun einen Grobschliff bekommen und man kann erahnen in welche Richtung sich Destiny noch entwickeln könnte, wenn gleich ich es im PvE-Story-Bereich unverzeihlich finde, dass Bungie ein Jahr braucht um auch nur annähernd wieder ein vernünftiges Storytelling zu bieten. Erneut liegt es nun am Entwickler zügig nachzulegen und sich nicht wieder ein Jahr Zeit zu lassen. Allerdings rate ich Rückkehrern noch etwas zu warten bis der Preis für das Addon gesunken ist. Steigt ihr allerdings neu ein bekommt ihr mit der Legendary Edition für 70,- das komplette Paket (Hauptspiel auf Disc und drei Addons als DLC) allerdings einen großen Teil davon, nämlich rund 20 GB, als Download. Da der Schritt insgesamt aber in die richtige Richtung geht, werten wir den SP von Destiny im zweiten Jahr auf.

Gesamtwertung: 7,5 / 10

Wertungen

Grafik 9 / 10
Sound  9 / 10
Steuerung
7 / 10
Gameplay 7 / 10
Multiplayer 8 / 10
Singleplayer  7,5 / 10 

Award

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Review-Podcast #2
Wir haben uns Destiny - The Taken King vorgenommen und philosophieren über das Addon. Eierkniffe und Bezahlbetas. Außerdem war da noch ein Gewinnspieltipp ;)
Audioreview No 2 Destiny TK.mp3
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We Love...

  • Endlich mehr Fleisch an den Storyknochen
  • NPCs bekommen „Leben“ eingehaucht
  • Gunplay nach wie vor einwandfrei
  • neue Areale sind sehr stimmungsvoll designt
  • neues Lootsystem
  • nur noch eine Währung für alle Fraktionen

We don't Love...

  • mühsam erfarmte Items nun nahezu wertlos
  • nach wie vor langwierige Ladezeiten
  • kein Matchmaking bei Raids
  • Vanillaspieler werden Spielinhalte „weggenommen“
  • Käufer der Legendary-Edition bekommen die Vanilladisk und 20GB Downloads

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Zuerst veröffentlicht auf gamezone am 30.09.2015