Deadpool im Just-Nerds Test: Trefft den Merc with a Mouth und spielt mit seinem Joystick

Quelle: Activision
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Wade Winston Wilson, Merc with a Mouth, Ryan Reynolds... Na erratet ihr wer ich bin? Richtig. Deadpool, Superheld, Supermodel, Superlover. Und die geilste Erfindung seit Chimichangas und Silikonboobs. Endlich haben die Schnarchnasen von Activision kapiert, dass ich der Kassenschlager Nummer 1 bin. Ich präsentiere hiermit - tada - mein erstes eigenes Videogame und natürlich auch mein erstes eigenes Review zu meinem Game. Mit allem was ich liebe: Waffen, Waffen, Boobs, Explosionen und Rogue!

 

Aller Anfang ist schwer

Oh Junge, da geister ich nun seit Jahren durchs Marvel-Universum und darf doch immer nur eine Gastrolle in den Spielen der richtigen Helden spielen. Mal ehrlich, wen interessieren denn die Fantastic Four? Oranges Ziegelmonster und ein Typ, der sich wie Gummi dehnen kann? Laaaaahm! Obwohl, Sue Storm… [komm zurück aufs Thema, die Leute wollen wissen ob dein Spiel was taugt] … Jaaaha, mach ich doch, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Also ich hab mal diesen Peter angerufen, der von den High Moon Studios, die haben mal so Spiele über Verwandlungsroboter und so ein Kram gemacht. Geile Games, aber zu wenig Chicks und Brüste für meinen Geschmack. Also die Games, nicht der Peter. Jedenfalls hab ich die mit meiner Eloquenz und einer gehörigen Ladung C4 davon überzeugt, dass die Zeit reif ist für mein erstes, eigenes High-End-Super-Mega-Videogame. Offenes Budget natürlich, denn nur das Beste ist grad gut genug für mich.

Quelle: Activision
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Das Spiel im Spiel im Spiel im Spiel im Spiel

Also wenn es nach mir ginge, würde es ja reichen wenn ihr mir 7 Stunden zuschaut wie ich auf der Couch rumgammel aber die Lutscher bei High Moon haben mir was vorgeheult von wegen "Deadpool wir brauchen eine Handlung. Deadpool wir brauchen ein Storygerüst!" Öde, aber was tut man nicht alles für die Fans… [Du meinst dickbrüstige Frauen]… Ja sag ich doch, meine Fans. Jedenfalls haben die sich da so eine Story ausgedacht mit Mister Sinister als mächtig bösem Bösen. Also richtig bööööööse. So einer der kleine kuschelige Kätzchen tritt. Oh, ich liebe Kätzchen, die sind so flauschig und wer streichelt nicht gern eine kleine süße Muschi? [Du schweifst schon wieder ab] – Jaaha, ist ja gut.

 

Also da ist dieser mächtig böse Sinister-Typ und seine Bande von Mutanten und der Typ versaut mir einen Vertrag, weil er meine Zielperson platt macht. Kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Unterwegs treff ich dann auf einmal Cable. Der labert mich da voll von wegen böser Meisterplan, Welt retten, alles liegt in meiner Hand. Naja, jedenfalls begegne ich auf dem Weg zu Mister Sinister auch div. X-Men und ich darf endlich den Blackbird fliegen… Yeah! Wolverine, Psylock, Rogue und diversen anderen Mutanten rette ich natürlich den Arsch, logisch oder? Im Fall von Rogue ist das sogar ein super süßer….[Deadpool, konzentrier dich]….ja wo waren wir. Die Jungs bei High Moon hatten ja "offenes Budget" – das heißt klotzen und nicht kleckern.

Quelle: Activision
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Zwei rechts, zweo links, zwei (abgetrennte Arme) fallen lassen

Wer erwartet hat, dass es in meinem eigenen, persönlichen Videospiel darum geht Ponys zu züchten oder Gänseblümchen zu pflücken hat sich geschnitten. Geschnitten ist ein gutes Stichwort. Im Lauf meiner knapp 7 Stunden langen Hatz auf den bösen, also den wirklich böööösen, Mister Sinister hacke und schnetzel ich mich durch Horden von Klonkriegern. Im wahrsten Sinn des Wortes, HAHAHA. Die Variationen der Gegner hält sich nämlich arg in Grenzen, aber hey, wer zur Hölle schert sich schon um die Gegner, es geht hier immerhin um den geilsten Mutierten der Welt: Moi, Mich, me myself and I.

 

Weil aber reines Geschnetzel auf Dauer langweilig wird dürft ihr an einigen Stellen auch sehen wie ich mich als Superstealth Ninjamaster Deluxe an Gegner ranpirsche und sie lautlos erledige. Allerdings nur wenn ich Lust dazu hab und nicht wenn der Spieler es will. Aufgelockert wird das Ganze dann noch von einigen Passagen, in denen ich mein ebenso vorhandenes Talent für Sprungpassagen unter Beweis stelle. Es gibt eben einfach keinen Besseren als mich. Um ein wenig Abwechslung beim Verhackstücken zu garantieren, dürft ihr aus meinem Waffenarsenal frei wählen. Ob ich mich mit Schwertern, Sai oder Hämmern durch die Horden an Klonen schnippel, ganz egal, ich mag sie alle. Als Sekundärwaffen gibt es meine geliebten 9 mm oder Shotguns, oder Uzi. Mehr Kugeln bedeutet eben auch mehr Spaß, wie jeder weiß. Ach und weil ich in Geberlaune bin, hab ich gleich noch ein rudimentäres Upgradesystem draufgepackt. Open End Budget, ihr wisst schon…

Weiiiit aufmachen und sag "Ahhhhrg" [Quelle: Activision]
Weiiiit aufmachen und sag "Ahhhhrg" [Quelle: Activision]

Jetzt kam doch vorhin tatsächlich so ein Review-Typ und meinte "Hey Deadpool, dein Spiel sieht ja aus wie von 2005!" Nachdem ich ihm den Kopf in seinen eigenen Arsch gesteckt hab, hat er auch eingesehen dass so was doch völlig egal ist. Wer will denn schon knackscharfe Texturen, wenn er mich sehen darf … Oder Rogue … Ja Rogues süßer, knackiger, wohlgeformter... [Konzentrier dich, Texturen waren das Thema!] … Ja die sind vielleicht ein wenig unscharf, aber dafür ist die Action vom Feinsten und die Gaststars, wie mein Best Buddy Wolverine, sind gut getroffen. Einzig die Kamera weigert sich ab und an mich perfekt in Szene zu setzen aber hey, der Spieler kann gefälligst auch was tun für sein Geld und nachjustieren - faule Bande!

 

Wenn ich Mister Sinister seine Klötze langezogen hab stelle ich mich noch diversen Herausforderungen in einer Art Arena um zusätzlich Upgradepunkte zu verdienen. Pures Schnetzelvergnügen ohne lästige Story oder Gaststar….just me, some Dudes and looooots of Bullets.

 

Peace out, euer Deadpool.

FAZIT

Einer der kontroversesten Marvel-Helden in einem Spiel, das wohl mindestens ebenso polarisiert wie sein Hauptdarsteller.

Deadpool: The Game ist in gewisser Weise schizophren. Rein technisch ist es kein Highlight, die Kamera ist zickiger als eine Nonne im Swingerclub und einige der Hüpfpassagen treiben einen in den Wahnsinn, weil man dauernd daneben hüpft. Auf der anderen Seite flutscht die Steuerung 1A, der Humor, wenn auch nicht jedermanns Sache, ist spitze. Schon in den ersten 10 Minuten hab ich mehr gelacht als bei anderen Spielen über die ganze Spielzeit. Deadpool haut einen One-Liner nach dem anderen raus, die sich leider im Lauf des Spiels wiederholen, und kommentiert nahezu jede Aktion des Spielers. Selbst der Continuescreen sorgt für ein Schmunzeln und lässt den Ärger über den Bildschirmtod schnell verpuffen. Für Fans ganz klar ein Pflichtkauf, wer Deadpool nicht kennt aber etwas mit Games wie Devil may Cry oder God of War anfangen kann darf auch einen Blick riskieren. (SH)

 

Gesamtwertung: 8,0 / 10

Wertungen  
Grafik 7 / 10
Sound  6 / 10
Steuerung 8 / 10
Gameplay 7 / 10
Multiplayer 0 / 10
Singleplayer  8 / 10 

Award




We Love...

  • primitiver „unter der Gürtellinie“ Humor
  • Steuerung passt und ist recht schnell erlernt.
  • Gastauftritte bekannter Marvel-Helden
  • einige Gameplayüberraschungen mit denen man nicht rechnet
  • recht umfangreiches Upgradesystem für Waffen und Charakter

We don't Love...

  • primitiver „unter der Gürtellinie“ Humor
  • störrische Kamera
  • kaum Wiederspielwert, da Gags beim zweiten Mal nicht mehr zünden
  • optisch nur Durchschnitt

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